Sichtvermerke

  • Text von Jule Claudia Mahn.
  • Zinkographie, Alugraphie, Handoffset, Handsatz und Buchdruck auf Neobond Papier.
  • Pappband. Kasten mit zwanzig Büchern und einer Landkarte.
  • Je Buch: 13 × 9,5 cm. 10 Seiten.
    Ausgefaltete Landkarte:
    125,5 × 73 cm.
  • Auflage von 10 Exemplaren.
  • Halle, 2008.

Durch die lettische Kleinstadt Ogre verläuft die russische Transit­strecke
zu den Häfen Ventspils und Riga. Unentwegt ist das knallende
Geräusch vorbeifahrender Güterwaggons zu hören, der Transport von
einem Nichts in das Andere ist allgegenwärtig.
Meine Beobachtungen im Ort finden sich in dem vereinheitlichendem
Konstrukt des Passes wieder. Jeder Pass enthält jedoch seine eigene
Geschichte, die sich aus der vermeintlichen Gesamtheit löst, am
Ende steht fest: Ogre lässt sich nie als Ganzes begreifen. Ist es möglich,
das zu benennen, was wir nicht mehr sehen können? Sichtvermerke
verweisen auf eine entschwindende Welt, die sich einer kartografischen Objektivierung entzieht. Sie ist der ständige Begleiter einer immer-
währenden Umbruchszeit, in der sich der Einzelne auf der Suche nach Zugehörigkeit befindet.

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