Schimmer

  • Text von Jule Claudia Mahn.
  • Fotografie. Pigmentdruck auf Awagami Inbe Thin White Washi Papier.
  • Flexibler Einband mit offener Heftung.
    Mappe & Schuber.
  • 30 × 18 cm. 48 Seiten & vier Ausfaltseiten.
  • Auflage von 13 Exemplaren.
  • Leipzig, 2018.

Dutzende Metallfedern, ein zierlicher Porzellantassenhenkel, ein merkwürdig geformtes Stück Wellblech und ein fast unversehrter Glasflakon – soweit die letzten Funde. Das Loch im Garten ist mittlerweile so tief ausgehoben, dass die Kinder darin kaum noch über den Rand blicken können. Eine Diskussion enspinnt sich über das Woher der Dinge und warum sie gerade hier den Weg in die Erde fanden. Losgelöst von seiner ursprünglichen Bestimmung, sind Fundstücke frei für Assoziationen und Geschichten über Zeit. Am Ende lässt jedes Kind einen persönlichen Gegenstand in das Loch fallen, bevor sie es wieder zuschütten.

Diese Erzählung begleitet den Betrachter in einen Bilderrausch aus Licht und Spiegelungen, Wüstungen und Verwachsungen an teils verlassenen Orten, manche gerade noch in Nutzung. Die Fotografien entstanden in den letzten zehn Jahren auf Reisen an Plätze meiner Herkunft. Heimatsuche, könnte man meinen, doch ich beginne die Bilder neu zu ordnen. Etwas kommt hinzu, anderes wird entnommen, ähnlich einem Ort, der – sich selbst überlassen und von der Natur zurückgeholt – in stetigem Wandel begriffen ist.

Ich stelle mir vor, wie in ferner Zukunft jemand etwas zwischen Gestrüpp findet und zu grübeln beginnt, welchen Nutzen dieser Gegenstand wohl einmal für die Zivilisation gehabt haben könnte.

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